+++ NABU-Fragebogen-Aktion +++

Naturschutz: Was wollen Dorstens Parteien?

+++ NABU-Fragebogen-Aktion +++

Stellungnahme der Grünen

Eindämmung des Flächenverbrauchs

Für welche Größenordnung wollen Sie für die nächsten fünf Jahre ein
verbindliches Limit für die Umwandlung von land- und forstwirtschaftlichen
Flächen in Bau- und Verkehrsflächen setzen? Bis wann wird ein
"Netto-Nullverbrauch" angestrebt? Was will Ihre Partei konkret gegen die
Verbreitung von Geröllwüsten in Vorgärten tun?

 Antwort: Es ist schwierig, heute eine ernstzunehmendes Limit zu nennen. Dazu muss
man die bisher noch nicht abgeschlossenen regionalen und kommunalen
Planungen und deren Flächenbedarf kennen. Wir haben die Forderung, dass bei
jeder Flächenplanung die Stadtverwaltung den tatsächlichen Bedarf nachweisen
muss und die Nutzung bereits versiegelter Flächen geprüft hat.  Darüber
hinaus sind ökologisch vertretbare Alternativen aufzuzeigen. In unserem
Programm heißt es dazu:
Bei den Wohngebieten:„wollen wir mit einer lebenswerten und grünen Stadtentwicklung die
Ortskerne und Dorfzentren stärken und den Flächenverbrauch reduzieren.“
Unser Ziel ist z.B. für Gewerbeflächen: „Sofern es sich um bereits früher genutzte Industrie- oder Gewerbeflächen
handelt, begrüßen wir die Ausweisung dieser Flächen für die Ansiedlung neuer
Firmen, eine Erschließung von bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen
oder unberührte Naturflächen für die gewerbliche oder industrielle Nutzung
lehnen wir ab.


Bezüglich der Schottergärten hatten wir am 25.02.2020 einen Antrag im
Umwelt- und Planungsausschuss mit dem Titel „Grün statt Grau“ | Vorgärten in
Dorsten gestellt. Es sollte ein Förderprogramm zur Entsiegelung von
Vorgärtenflächen aufgelegt werden. Hauseigentümer und
Eigentümergemeinschaften, die ihre Vorgärten durch Rückbau von versiegelten
Flächen und Schotterflächen in Grünflächen wieder naturnah gestalten,
sollten eine Förderung in Form von geeignetem Pflanzmaterial oder einen
finanziellen Zuschuss erhalten (Gebote statt Verbote). Der Beschluss dazu
wurde verschoben und ist bis heute nicht gefasst.
Wir wollen bei zukünftigen neuen Bebauungsplänen ein Verbot von
Schottergärten.

Baumschutz  

Werden Sie sich dafür einsetzen, dass in Dorsten wieder eine
Baumschutzsatzung vom Rat beschlossen wird?

Antwort: Unser Ziel: Wiedereinführung einer Baumschutzsatzung! Das ist ein Thema,
das uns schon langem am Herzen liegt. Wir haben gemeinsam mit der SPD am
23.06.20 den Antrag auf Wiedereinführung einer Baumschutzsatzung gestellt.
Die CDU als Mehrheitsfraktion konnte sich dem nicht anschließen und wies auf
die Zuständigkeit des Bauausschusses hin. Es wurde dann u.a. vereinbart,
dass die Verwaltung die Entwicklung der Baumdichte (Anzahl Bäume / km²) in
fünf unterschiedlichen Bereichen der Stadt in den letzten 20 Jahren mit
Hilfe alter Luftaufnahmen ermittelt, eine Zusammenstellung moderner bzw.
differenzierter Baumschutzsatzungen der Region erstellt und den zusätzlichen
Finanz- und Personalbedarf für die Einführung sowie für die Kontrolle einer
Baumschutzsatzung ermittelt. Die dann im neuen Rat vertretenen Fraktionen
bilden eine entsprechende interfraktionelle Arbeitsgruppe. Die Vorstellung
der SPD über den Umfang der Unterschutzstellung geht leider auch nicht so
weit wie unsere. Es wird sich nur etwas Nennenswertes ändern, wenn sich auch
die Mehrheitsverhältnisse zu unseren Gunsten ändern.
  
Klimawandel und Energiewende

Welche konkreten Maßnahmen müssen bald realisiert werden, um im Stadtgebiet
die Treibhausgase zu reduzieren? Wie soll lokal die alternative
Energiegewinnung beflügelt werden?

 

Antwort:  Unser Ziel: Wir wollen Dorsten zur CO2-neutralen Stadt machen!
Wir wollen den Kohlenstoff aus der Luft binden, indem wir in Dorsten mehr
Bäume pflanzen und bestehende Bäume erhalten und das Fällen stadteigener
Bäume nur unter sehr hohen Auflagen möglich ist. Außerdem sollen im gesamten
Stadtgebiet Bäume gepflanzt werden. 

Im Friedhofswesen wollen wir durch das Anpflanzen eines Gedenkwaldes eine
neue Bestattungskultur in der Stadt einführen, die eine Alternative zu
gängigen Grabstellen bietet und gleichzeitig einen wertvollen Erholungsort
und Kohlenstoffspeicher darstellt. Durch Informationen und Hilfestellung
wollen wir die Bürger ermutigen, in ihrem eigenen Umfeld mehr Bäume und
Sträucher zu pflanzen oder Patenschaften zu übernehmen. Das hilft nicht nur
dem globalen Klima, auch das Klima rund um das eigene Wohnhaus wird dadurch
wesentlich verbessert.
Des Weiteren ist es wichtig, die Klimafolgen im Griff zu behalten.
Besonders die Innenstadt wollen wir durch die Pflanzung von Bäumen und
Sträuchern und durch Hausbegrünungen fit machen für die heißen Sommer, die
uns bevorstehen. Dem Niederschlagswasser, mit dem wir nur in geringerer
Menge rechnen können, müssen wir besondere Aufmerksamkeit widmen: Es einfach
in die Oberflächengewässer abzuleiten, wird seiner Bedeutung nicht mehr
gerecht, es soll durch Speicherung und Abgabe in trockenen Perioden das
Stadtklima verbessern. Da aber auch das Gegenteil, nämlich
Starkregenereignisse immer wahrscheinlicher werden, müssen wir unser
Abwassersystem im Ganzen auf seine Tauglichkeit für diese Situationen
überprüfen und da wo es notwendig ist, anpassen.

Unser Ziel: Eine aktive Unterstützung der europaweiten Klimaziele und die
schrittweise Erlangung einer dezentralen, CO2-neutralen Energieerzeugung.
Dazu gehört auch, die Erzeugung und Nutzung von regenerativen Energien in
Dorsten deutlich zu steigern. Bereits im vergangenen Jahr hatten wir im Stadtrat gefordert, den
Klimanotstand auszurufen, um so auf die existenzielle Bedrohung durch den
Klimawandel hinzuweisen, leider ohne Erfolg. 
Eine zielorientierte Klimaschutzpolitik nach dem Pariser
Klimaschutzabkommen zu gestalten, ist eine der wichtigsten Aufgaben unserer
Zeit. Zu deren erfolgreichen Umsetzung gehört der Ausbau der erneuerbaren
Energien (EE) und die energetische Sanierung alter Gebäude.
Durch die Energiewende kann eine erfolgreiche Klimaschutz- und
Energiepolitik Impulse für kleine und mittelständische Unternehmen geben und
zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Wir wollen es schaffen, die
Stromerzeugung und den zukünftigen Bedarf an grünen Wasserstoff sowie Biogas
zu regionalisieren. Die Umstellung von fossiler auf dezentrale erneuerbare
Energieerzeugung ist ein wichtiger Faktor für den Erhalt der
wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit Dorstener Unternehmen und angemessener
Kosten für Privathaushalte. Der Strombedarf wird durch Elektromobilität und
den Einsatz von Wärmepumpen weiter steigen. Das heutige Stromnetz ist für
diesen Bedarf nicht ausgelegt, hohe Investitionen in das Netz wären
notwendig. Schwankende Erzeugung und stärkere Bedarfsspitzen könnten den
Strompreis zusätzlich deutlich erhöhen.

„Energieautarke Kommune - Eine Chance für Dorsten

Um eine CO2-neutrale Stromerzeugung zu angemessenen Kosten zu schaffen,
wollen wir Dorsten langfristig zu einer energieautarken Kommune machen. Um
Investitionen ins Netz gering zu halten, muss der Strom dort produziert und
gespeichert werden wo er benötigt wird. Deswegen wollen wir den Ausbau von
Photovoltaik- und Windanlagen stärker fördern und mit Biogasanlagen und
grünem Wasserstoff zur Versorgungssicherheit beitragen.

Welchen Beitrag können wir in Dorsten für die nächste Legislaturperiode
leisten?
*        mehr Transparenz durch die Offenlegung der Verbrauchsdaten der
Stadt,
*        eine weitere Verbesserung der Wärmedämmung für öffentliche Gebäude,
*        eine Umstellung auf Ökostrom in der Verwaltung,
*        eine (mögliche) solare Baupflicht für entsprechend ausgerichteter
Neubauten bei Nutzung öffentlicher Subventionen,
*        die weitere Errichtung und das Ersetzen (Re-Powering) von
Windkraftanlagen,
*        Förderung von Bürgerprojekten zur Teilhabe an regenativen
Energieprojekten,
*        die Errichtung von Abfall-verwertenden Biogas-Anlagen unter
Berücksichtigung des Emissionsschutzes.

Verkehr

Mit welchen Maßnahmen wollen Sie im Stadtgebiet den PKW- und LKW-Verkehr
reduzieren und den Fahrradverkehr fördern? Was wollen Sie tun, um den ÖPNV
zu stärken und Verbesserungen für Fußgänger zu erzielen?

 

Antwort: Unser Ziel: Eine Mobilitätswende - Vorrang für Fahrradfahrer, Fußgänger und
den öffentlichen Nahverkehr.
Bahn- und Busverkehr
Die Grünen sehen den derzeit stattfindenden Umbau des Bahnhofs positiv,
auch wenn nicht alle unsere Wünsche im Hinblick auf die Gestaltung des
Bahnhofs umgesetzt worden sind. Dennoch ist ein moderner, sicherer und
barrierefreier Bahnhof ein richtiger Schritt, um den Bahn- und Busverkehr in
Dorsten attraktiver zu machen. Hinzu kommt der nunmehr weitgehend
eingeführte Halbstundentakt in Richtung Essen als positives Signal in
Richtung von Pendlern und Freizeitreisenden. Die Grünen Dorsten werden sich
in den kommenden fünf Jahren auch noch für folgende Ziele einsetzen:

*        Beobachtung und Verbesserung der Bahnlinien nach Borken und vor
allem nach Coesfeld und damit auch in die nördlichen Stadtteile Dorstens.
Gerade hier ist der Fahrplan in den Abendstunden noch sehr dünn. Auch den
Wegfall der direkten Verbindung nach Oberhausen sehen wir kritisch.
*        Einrichtung einer (Schnell-)Buslinie nach Haltern am See. Durch die
Einführung des RE 2 von Osnabrück nach Düsseldorf ist die Attraktivität des
Bahnhofs Haltern am See für die Dorstener Bürger*innen weiter gestiegen. Wir
halten es daher für sinnvoll, die Einführung einer direkten und schnellen
Buslinie zum Bahnhof Haltern am See - wie es sie früher schon einmal gab -
zu prüfen, um die Anbindung Dorstens in Richtung Münster/Norddeutschland zu
verbessern. Auch die Einführung einer Direktverbindung nach Wesel sollte
geprüft werden.

*        Moderne Ausstattung der Bahnhöfe und größeren Bushaltestellen in
Dorsten. Damit sie für die Fahrgäste attraktiv bleiben, ist es notwendig,
dass sie neben (überdachten) Sitzgelegenheiten und Mülleimern auch
verständliche Informationen zu Fahrplänen, Anschlüssen und zum Ticketkauf
bieten.

*        Förderung der Einrichtung von weiteren, sicheren Parkboxen an
Bahnhöfen. Gerade für Pendler ist die Nutzung von Bahn und Bus nur
attraktiv, wenn sie ihr Fahrrad am Bahnhof sicher abstellen können. Dies ist
mit Fahrradparkboxen wie am Bahnhof Rhade möglich.
*        Wir wollen attraktive und sozial gerechte Ticketpreise –
beispielsweise durch die Einführung eines 365-EUR-Jahrestickets im VRR.  So
wird Bus- und Bahnfahren einfach, unkompliziert und attraktiv. Diese
Flatrate ist gut für eine saubere Luft und wird mehr Bürgerinnen und Bürger
davon überzeugen, den Bus oder die Bahn zu nehmen.

Individualverkehr
Es liegt auf der Hand, dass die Menschen in einer Flächenstadt wie Dorsten
nicht immer ganz ohne PKW auskommen. Es gibt aber auch hier Möglichkeiten,
den Individualverkehr zu reduzieren:

*        Einrichtung eines Car-Sharing-Systems in Dorsten. Ob und in welcher
Form Carsharing in Dorsten sinnvoll ist, muss sorgfältig geprüft und geplant
werden. Die Grünen Dorsten werden sich in der kommenden Legislaturperiode
dafür einsetzen, dass seitens der Verwaltung verschiedene Modelle geprüft
und getestet werden.
*        Einrichtung eines Bike-Sharing-Systems. Wir werden uns dafür
einsetzen, dass das Angebot der Radstation ausgebaut wird und es in Zukunft
auch möglich ist, an verschiedenen Standorten im Stadtgebiet Räder
unkompliziert (zum Beispiel über eine App) zu mieten.
*        Im Zuge der Umgestaltung der Dorstener Innenstadt wurde schon ein
richtiger Schritt in Richtung “Autofreie Innenstadt” gemacht. Dies wollen
wir fortführen, wobei hier auch die Erreichbarkeit der Innenstadt mit
öffentlichen Verkehrsmitteln und durch Rad- und Fußwege verbessert werden
soll. Nicht außer Acht zu lassen sind ausreichende Parkflächen für
Fahrräder.
*        Wir begrüßen die geplante Verbesserung der Ampelsteuerung rund um
die Innenstadt und hoffen, dass es allein dadurch schon zu weniger
Staubildung auf den Hauptverkehrswegen kommt. Sollte dies nicht der Fall
sein, werden wir uns für eine weitere Verbesserung des Verkehrsflusses
einsetzen. Neben einer Reduzierung des PKW-Aufkommens muss dann auch die
Verkehrsführung an den Problemstellen untersucht und verändert werden.
*        Förderung und Planung von Fahrradstraßen und schnellen
Radschnellwegeverbindungen zwischen den Ortsteilen und in die
Nachbargemeinden. Viele Dorstener Bürger*innen arbeiten in anderen
Ortsteilen oder in einer unserer Nachbargemeinden. Wir werden uns auch in
Zukunft dafür einsetzen, dass die Radverkehrswege beispielsweise nach
Gladbeck oder Marl frei von Hindernissen und sicher sind sowie ausreichend
unterhalten werden verbessert werden, um denjenigen, die dorthin pendeln,
eine umweltfreundliche, ohne Risiko nutzbare und vielleicht auch sportliche
Alternative zu bieten zu können. Bei der Förderung von Radverkehrswegen
besteht im Übrigen die Möglichkeit einer Förderung durch das Land NRW.

Lärmschutz

Gerade der motorisierte Straßenverkehr bringt mit der Lärmbelastung einen
weiteren Nachteil mit sich. Wir werden uns beim Neu- und Ausbau von Straßen,
wenn sie etwa für die wirtschaftliche Erschließung bestimmter Bereiche
notwendig werden, konsequent dafür einsetzen, dass Anwohner*innen
bestmöglich vor Lärm geschützt werden. Der Lärmschutz darf bei der Abwägung
der Kosten für den Straßenbau nicht hintenanstehen.

Biodiversität

Mit welchen Maßnahmen wollen Sie etwas für den Artenschutz auf städtischen
Grundstücken tun? Werden Sie für eine reduzierte Mahd an Straßen- und
Wegrändern eintreten? Und werden Sie sich dafür einsetzen, dass in
kommunalen Forsten auf ertragsorientierte Holzwirtschaft verzichtet und die
Artenvielfalt, besonders im Stadtwald Dorsten, gesteigert wird?

Antwort: Unser Ziel: Die öffentlichen Räume in Dorsten sollen so gestaltet und
gepflegt werden, dass Artenvielfalt erhalten wird und neue Lebensräume für
Pflanzen Insekten und Wildtiere geschaffen werden.

Das Artensterben hat ein kritisches Ausmaß erreicht. Der Bestand an
Fluginsekten ist z.B. in Schutzgebieten Nordwestdeutschlands in den
vergangen 30 Jahren um über 75% zurückgegangen. Lebensräume für einheimische
Tiere werden immer mehr zerschnitten und unbewohnbar. Hier müssen wir
ansetzen. In Dorsten wollen wir daher in den nächsten fünf Jahren die
folgenden Projekte umsetzen:
*         Reduzierung der Lichtverschmutzung
*         Vernetzung von Grünflächen
*         Bienenfreundliche Blühstreifen an Straßen
*         Zusammenarbeit mit den Hegeringen beim Artenschutz
*         Förderung natürlicher Fressfeinde des Eichenprozessionsspinners
*         Förderung naturgerechter Bewirtschaftung von Flächen im
Stadtgebiet
*         Jährlichen Förderpreis Artenschutz der Stadt Dorsten ins Leben
rufen
*         Bekämpfung störender invasiver Arten wie den giftigen
Riesenbärenklau

Beispiel „Weniger Lichtverschmutzung – mehr naturverträgliche
Straßenbeleuchtung“. Mit geeigneten LED-Straßenlaternen, die nicht nur auf
eine Reduzierung des Stromverbrauchs abzielen, sondern auch die
Lichtverschmutzung und die Auswirkung auf Insekten reduziert, können wir
dazu beitragen, das Artensterben bei Insekten zu stoppen.  Bei der
Modernisierung der öffentlichen Straßenbeleuchtung fordern wir
Energieeffizienz und weitere Maßnahmen wie z.B. eine (zeitlich-)dynamische
Beleuchtung und die Berücksichtigung des Artenschutzes.

Als Grüne sehen wir die Stadt Dorsten in der Pflicht, ihre Bürger für diese
ökologischen Themen zu sensibilisieren und zu Artenschutzprojekte zu
unterstützen. Darum wollen wir, eine bürgernahe und kontinuierliche Beratung
durch die Stadtverwaltung Dorsten einrichten. Wir machen uns für eine
Sensibilisierung zum Thema Artenschutz stark und rufen jeden dazu auf, jetzt
zu handeln, solange es noch etwas zu schützen gibt.

In den nächsten 5 Jahren kommen sicher noch weitere klimarelevante Themen
auf, die wir jetzt noch nicht mit unserem Programm abgedeckt haben, wie z.B.
das Thema Holzwirtschaft in den kommunalen Forsten. Wir werden aber auch
hier die Bedeutung und damit auch die Berücksichtigung des Umwelt- und
Artenschutzes nicht aus Acht lassen.

Zum Schluss möchten wir noch auf eine wichtige Forderung aus unserem
Wahlprogramm hinweisen: Die Forderung nach einem eigenen Umweltdezernat.
Hier ist die gesamte städtische Kompetenz in Sachen Umweltschutz
zusammenzuführen. Mit der Schaffung eines Umweltdezernats können wir dem
Umwelt- und Klimaschutz den Stellenwert einräumen, den er verdient, auch
nach außen hin.

Mit der Schaffung eines eigenen Umweltdezernats ist es für die
Stadtverwaltung besser möglich, die umwelt- und klimaschutzrelevanten
Aktivitäten zu bündeln bzw. zu koordinieren und die Einhaltung der
Klimaziele zu überwachen. Das Umweltdezernat hat bei allen Vorhaben der
Stadt darauf zu achten, dass die Auswirkungen auf die Umwelt und das Klima
geprüft und berücksichtigt werden. Voraussetzung ist eine sachgerechte
personelle und finanzielle Ausstattung. 

+++ NABU-Fragebogen-Aktion +++

Stellungnahme der FDP

Eindämmung des Flächenverbrauchs

 

Für welche Größenordnung wollen Sie für die nächsten fünf Jahre ein verbindliches Limit für die Umwandlung von land- und forstwirtschaftlichen Flächen in Bau- und Verkehrsflächen setzen? Bis wann wird ein "Netto-Nullverbrauch" angestrebt? Was will Ihre Partei konkret gegen die Verbreitung von Geröllwüsten in Vorgärten tun?

 

Antwort: Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir keine Größenordnung definiert. Dies werden wir in der kommenden Legislaturperiode aufgreifen, intern einen Lösungsansatz herbeiführen und den Austausch mit den anderen Parteien aufnehmen. Die Dorstener FDP hat eine klare Haltung zum Thema „Vorgärten“. Solche Formen der Gartengestaltung haben eine negative Auswirkung auf das Mikroklima. An heißen Tagen lassen sich Temperaturen bis zu siebzig Grad in Stein- und Schottergärten messen, was in Zeiten der Klimaveränderung niemand ernsthaft will. Pflanzen hingegen wirken wie eine Klimaanlage und bieten Insekten den dringend benötigen Lebensraum. Wenn wir die Bürger auf den wichtigen Weg einer Verbesserung des Klimas und selbst des Kleinstklimas mitnehmen wollen, so kann das sinnvoll nur auf dem Weg der Förderung geschehen. Anreize schaffen zur Akzeptanz, Innovationen fördern! Hierdurch lässt sich ein Umdenken nicht nur bei Haus- und Gartenbesitzern erreichen, sondern auch bei Landschafts- und Gartenbauern, die Stein- und Schottergärten als modern und pflegeleicht präsentieren.

 

Baumschutz

 

Werden Sie sich dafür einsetzen, dass in Dorsten wieder eine Baumschutzsatzung vom Rat beschlossen wird?

 

Antwort: Eine Satzung ergibt dann Sinn, wenn Sie dem Bürger dient. Hier gilt es Kosten und Nutzen gegeneinander abzuwägen. Nicht zuletzt, da die meisten Bürger Dorstens das Grün schützen und nicht bekämpfen. Unter Berücksichtigung dieses Aspektes würden wir uns für eine Satzung einsetzen.

 

Klimawandel und Energiewende

 

Welche konkreten Maßnahmen müssen bald realisiert werden, um im Stadtgebiet die Treibhausgase zu reduzieren? Wie soll lokal die alternative Energiegewinnung beflügelt werden?

 

Antwort: Dem Klimawandel werden wir durch verschiedene Faktoren entgegentreten. Betrachten wir die technischen Faktoren, so setzen wir uns seitens der FDP für eine Verbesserung diverser Mobilitätskonzepte ein. Hier ökologisch wertvoll handeln zu können darf von der Flächenstadt Dorsten nicht gebremst werden. Individualverkehr dort wo dieser unverzichtbar ist, aber forcieren des ÖPNV mit hoher Taktfrequenz und weiterer Ausbau des Radwegenetzes, an welchem wir auch mit unserer Fraktion im RVR arbeiten. Beispielgebend für unseren Einsatz für Dorsten ist unser in den Rat der Stadt eingebrachte Antrag die Verwaltung zu beauftragen, kurzfristig eine „Arbeitsgruppe Brennstoffzellenantrieb in und für Dorsten“ (hier: Brennstoffzelle ist eine Wasserstoff-Sauerstoff-Brennstoffzelle) einzurichten, an der sich auch „private“ Interessierte auf Einladung beteiligen können. Ziel ist die Einrichtung und die und die dauerhafte Durchführung eines größeren Pilotprojekts in und für Dorsten. Hier ist im Besonderen das „Projekt Wasserstofftankstelle“ zu betrachten.

Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. Grüne Gärten sind ein Gewinn für die Gesellschaft insgesamt, sowie unser Stadtbild. Aktionen wie das „urbane gärtnern“ des Projektes „Wir machen MITte“ könnten Strahlkraft auf unsere gesamte Stadt haben. Wir sollten fördern und fordern, nicht verbieten. Die Fraktionen im Rat haben sich auf ein Klimakonzept verständigt und dieses werden wir konsequent bei der Umsetzung künftiger, aber auch aktueller städtischer Aufgaben anwenden. Dies gilt ebenso für diverse Formen der Energiegewinnung. Projekte initiieren und unterstützen, um diese beispielgebend für die gesamte Dorstener Bevölkerung zu nutzen. Hier werden wir uns dafür einsetzen, dass es sowohl ideelle, als auch finanzielle Anreize geben wird.

 

Verkehr

 

Mit welchen Maßnahmen wollen Sie im Stadtgebiet den PKW- und LKWVerkehr reduzieren und den Fahrradverkehr fördern? Was wollen Sie tun, um den ÖPNV zu stärken und Verbesserungen für Fußgänger zu erzielen?

 

Antwort: Die Antwort wurde unter der Frage 3 berücksichtigt.

 

Biodiversität

Mit welchen Maßnahmen wollen Sie etwas für den Artenschutz auf städtischen Grundstücken tun? Werden Sie für eine reduzierte Mahd an Straßen- und Wegrändern eintreten? Und werden Sie sich dafür einsetzen, dass in kommunalen Forsten auf ertragsorientierte Holzwirtschaft verzichtet und die Artenvielfalt, besonders im Stadtwald Dorsten, gesteigert wird?

 

Antwort: Flora und Fauna gleichermaßen sind wichtig, um ein gesundes Klima und ein lebenswertes Wohnumfeld zu schaffen. Wie bereits unter dem Punkt „Klimawandel“ erwähnt werden wir Projekte fördern, die dieses Thema, sowie den Umweltschutz allgemein, voranbringen. Hierzu werden wir, um ein weitreichenderes Verständnis zu erlangen, mit Organisationen wie dem NABU in Verbindung treten. Hier sehen wir die Fachexpertise  angesiedelt, welche wir in dieser Form auf kommunaler politischer Ebene nicht umfänglich erbringen können. Unter Berücksichtigung von Gesetzen und Vorgaben sind wir daran interessiert, die Biodiversität voran zu bringen und somit auch künftigen Generationen das Leben in einer vielfältigen und lebenswerten Umwelt zu ermöglichen.

+++ NABU-Fragebogen-Aktion +++

Stellungnahme der CDU

Eindämmung des Flächenverbrauchs

 

Für welche Größenordnung wollen Sie für die nächsten fünf Jahre ein verbindliches Limit für die Umwandlung von land- und forstwirtschaftlichen Flächen in Bau- und Verkehrsflächen setzen?

 

Antwort: Die CDU Dorsten setzt sich dafür ein, dass zunächst einmal die Flächen genutzt werden, die bis vor wenigen Jahren noch gewerblich oder industriell genutzt wurden. Die ehemalige Zechenflächen in Hervest bzw. die Zechenfläche in Wulfen ist dabei ein gutes Beispiel. Auf der Hervester Fläche ist erkennbar, dass dort zahlreiche Bereiche für die Tier- und Pflanzenwelt entstehen (s. g. Landschaftsbauwerk). Als CDU ist es unser Ziel, dass wir stadtinternen Bedarf an Wohnbauflächen decken können. D. h. wir wollen den jungen Menschen hier in unserer Stadt eine Entwicklungsperspektive bieten. Pro Jahr hat das einen Flächenverbrauch von ca. 2 bis 5 ha zur Folge. Dabei muss beachtet werden, dass die Flächen immer auch ökologische Ausgleichsflächen erhalten. 1 ha Bauland bedeutet ca. 0,25 bis 0,40 ha bebauter / versiegelter Fläche.

 

Bis wann wird ein "Netto-Nullverbrauch" angestrebt?

 

Antwort: Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung sowie der zahlreiche Altimmobilien, die in den nächsten 10 bis 25 Jahren auf den Markt gelangen werden, darf davon ausgegangen werden, dass ein Netto-Nullverbrauch in ca. 20 Jahren erreicht werden kann.

 

Was will Ihre Partei konkret gegen die Verbreitung von Geröllwüsten in Vorgärten tun?

 

Antwort: Aufklärung statt Bevormundung. Durch eine bessere Umweltbildung die Menschen dafür sensibilisieren sowie Förderprojekte zur Umgestaltung anbieten. Bei Neubaugebieten ist dies eh verbindlich in Bebauungsplänen ausgeschlossen.

 

Baumschutz   

 

Werden Sie sich dafür einsetzen, dass in Dorsten wieder eine Baumschutzsatzung vom Rat beschlossen wird?

 

Antwort: Wir stehen als CDU in Dorsten für den Baumschutz, aber nicht für eine Baumschutzsatzung, die wie in der Vergangenheit dazu geführt hat, dass Bäume kurz vor einem bestimmten Durchmesser gefällt wurden. Die Stadtverwaltung wurde aufgrund einer CDU-Initiative beauftragt, anhand von Luftaufnahmen zu ermitteln, wie sich in Dorsten in den vergangenen Jahren der Baumbestand entwickelt hat. Anhand der Ergebnisse muss geprüft werden, ob das Unterschutzstellen von besonderes Bäumen, z. B. abhängig von der Grundstücksgröße, ein nachhaltiger Weg ist.

 

Klimawandel und Energiewende

 

Welche konkreten Maßnahmen müssen bald realisiert werden, um im Stadtgebiet die Treibhausgase zu reduzieren? Wie soll lokal die alternative Energiegewinnung beflügelt werden?

 

Antwort: Die Straßenbeleuchtung wird Schritt für Schritt auf moderne und energiesparende LED-Technik umgerüstet. Beim Neubau bzw. der Sanierung von städtischen Immobilien wollen wir noch stärker auf Themen wie Dämmung, energiesparende Heiz-, Lüftungs- und Beleuchtungssystem setzen. Mit einem fraktionsübergreifenden Antrag machen wir uns auf den Weg „Wasserstoff-Stadt“ zu werden. In den nächsten Jahren wird es mehr Windkraftanlagen in Dorsten geben. Die Dorstener Netzgesellschaft baut dafür aktiv die Netze aus.

 

Verkehr

 

Mit welchen Maßnahmen wollen Sie im Stadtgebiet den PKW- und LKW-Verkehr reduzieren und den Fahrradverkehr fördern? Was wollen Sie tun, um den ÖPNV zu stärken und Verbesserungen für Fußgänger zu erzielen?

 

Antwort: Auf Antrag der CDU wird in den nächsten zwei bis drei Jahren ein Mobilitätskonzept mit den Bürgerinnen und Bürgern entwickelt. Dabei ist es uns wichtig, dass nicht die Ideologie im Mittelpunkt steht, sondern sachorientierte Ansätze, um die passenden und für die Stadtteile individuellen Antworten zu finden. Bus und Bahn werden dabei sicherlich eine andere Rolle spielen. Auch die konsequente Verbesserung der Bedingungen für Radfahrer und Fußgänger beim Ausbau und der Sanierung von Straßen und Wirtschaftswegen ist bereits auf den Weg gebracht. Wichtig ist dabei, dass die Finanz- und Personalressourcen nicht in Symbolik investiert werden, sondern eine Strategie für den nachhaltigen Umbau der Straßen und Wege in unserer Stadt in den nächsten Jahrzehnten erkennbar wird. Den LKW-Verkehr wollen wir durch Initiative bei Bund und Land für mehr mautpflichtige Strecken auf Bundestraßen (z. B. B58) erreichen.

 

Biodiversität

 

Mit welchen Maßnahmen wollen Sie etwas für den Artenschutz auf städtischen Grundstücken tun? Werden Sie für eine reduzierte Mahd an Straßen- und Wegrändern eintreten? Und werden Sie sich dafür einsetzen, dass in kommunalen Forsten auf ertragsorientierte Holzwirtschaft verzichtet und die Artenvielfalt, besonders im Stadtwald Dorsten, gesteigert wird?


Antwort: Es gibt inzwischen eine Selbstverpflichtung aller städtischen Gesellschaften, mehr Biodiversität auf diesen Grundstücken zu schaffen. Dies muss konsequent umgesetzt werden.
Eine noch stärker reduzierte Mahd an städtischen Straßen- und Wegerändern ist aufgrund der Verkehrssicherungspflicht nicht zulässig. Die Stadt hat die Mähbreite auf das gerade noch erlaubte Maß reduziert.

 

Das kommunale Forsten im Dorstener Stadtwald war noch nie auf ertragsorientierte Holzwirtschaft ausgelegt. Dies soll auch in Zukunft so bleiben.

+++ NABU-Fragebogen-Aktion +++

Stellungnahme der SPD

Eindämmung des Flächenverbrauchs

Für welche Größenordnung wollen Sie für die nächsten fünf Jahre ein verbindliches Limit für die Umwandlung von land- und forstwirtschaftlichen Flächen in Bau- und Verkehrsflächen setzen? Bis wann wird ein "Netto-Nullverbrauch" angestrebt? Was will Ihre Partei konkret gegen die Verbreitung von Geröllwüsten in Vorgärten tun?

 

In den vergangenen 10 Jahren wurden in Dorsten etwa 66 ha, also rund 6,6 ha pro Jahr, an Fläche verbraucht. Die Festlegung eines verbindlichen Limits ist unter den gegebenen Bedingungen allerdings kaum möglich. Wir legen den Focus aber eindeutig auf die Innenentwicklung, indem wir in der Bauleitplanung Prioritäten setzen, um den Freiraum zu schützen. So wollen wir weiterhin absolut vorrangig Industrieund Gewerbebrachen nutzen, Baulücken schließen etc. 

Ein Netto-Nullverbrauch ist seriös nicht darstellbar, wird aber weiterhin von uns angestrebt

Die SPD-Fraktion ist im Zuge der Diskussion über die Folgen des Klimawandels auch dafür eingetreten, zukünftig bei allen Entscheidungen den Klima- bzw. Umweltschutz als maßgeblichen Faktor zu berücksichtigen, was inzwischen auch in einem Ratsbeschluss verbindlich festgelegt wurde.

 

Leider hat eine schwarz-gelbe Mehrheit im Land NRW bei der Änderung des Landesentwicklungsplanes im Jahre 2018 das Ziel der Raumordnung, den Flächenverbrauch auf 5 ha pro Tag in NRW zu begrenzen, gekippt. Dies war m.E. ein schwerer Fehler. Die Stadt Dorsten hat diesbezüglich auch kritisch Stellung genommen.

 

Bezüglich Schottergärten treten wir seit geraumer Zeit für eine Festsetzung zur Begrünung von Vorgartenflächen bei der Planaufstellung zur Ausweisung von Baugebieten ein, was jetzt auch im UPA auf den Weg gebracht worden ist. Was den Bestand an vorhandenen Schottergärten betrifft, ist zu prüfen, inwieweit und mit welchen Mitteln hier positive Veränderungen herbeigeführt werden können. Darüber hinaus ist eine intensive Beratung zur naturnahen Gartengestaltung eine sinnvolle Ergänzung.

 

 

Baumschutz

Werden Sie sich dafür einsetzen, dass in Dorsten wieder eine Baumschutzsatzung vom Rat beschlossen wird?

 

Wir treten seit langem für die Wiedereinführung einer Baumschutzsatzung für Dorsten ein und haben vor einigen Monaten die Initiative ergriffen, parteiübergreifend eine neue Baumschutzsatzung auf den Weg zu bringen, um das vorhandene ökologische Potenzial in Abstimmung mit den Bürgern zu sichern und zu stärken. Dabei gilt es, insbesondere schutzgutspezifische Merkmale (z.B. alte Bäume, Laubbäume bestimmter Arten) zu definieren und nicht pauschal alle Bäume zu schützen. Eine wesentliche Voraussetzung ist dabei eine umfassende Information der Öffentlichkeit und vor allem eine qualifizierte Bürgerberatung bei der konkreten Umsetzung.

 

Klimawandel und Energiewende

Welche konkreten Maßnahmen müssen bald realisiert werden, um im Stadtgebiet die Treibhausgase zu reduzieren? Wie soll lokal die alternative Energiegewinnung beflügelt werden?

 

Die zentrale Herausforderung der Energiewende ist die umfangreiche und langfristige Speicherung von regenerativ erzeugter Energie. Durch Solar-Großprojekte in der Stromtrasse (Heiden) haben wir die Möglichkeit, wind- und solarenergetisch gewonnenen Überfluss mittels der vorhandenen Gas- und Strominfrastruktur nutzbar zu machenDabei spielt das Speichermedium Wasserstoff eine wichtige Rolle.

 

Der konkrete Ansatz voOrt ist eine weitgehend klimaneutrale energetische Versorgung aller Stadtquartiere. Dabei wollen wir mit einer Quartierslösung in Wulfen-Barkenberg in Kooperation mit den Nachbargemeinden Heiden und Herten beginnen, wie alle Fraktionen des Rates auf meine Initiative hin kürzlich beschlossen haben.

 

Bei der Windenergie gibt es, um im Bilde zu bleiben, sicher noch Luft. Vor allem aber ermöglicht die Nutzung von Photovoltaikanlagen, selbst wenn die Förderung in Kürze ausläuft, Gewinne für die Umwelt zu erzielen und den Geldbeutel zu schonen.

 

 

Verkehr

Mit welchen Maßnahmen wollen Sie im Stadtgebiet den PKW- und LKW-Verkehr reduzieren und den Fahrradverkehr fördern? Was wollen Sie tun, um den ÖPNV zu stärken und Verbesserungen für Fußgänger zu erzielen?

 

Wir brauchen eine Verkehrswende, d.h. konkret die zügige Entwicklung des Verkehrs- und Mobilitätsplanes. Dabei streben wir u.a. eine klimagerechte Neuorientierung des Individualverkehrs durch mehr Vorrangspuren für den ÖPNV und den Radverkehr, den Ausbau von Elektro-Ladestationen und die Errichtung von Wasserstoff-Tankstellen an. Darüber hinaus setzen wir uns für die kostenlose Nutzung des ÖPNV für alleSchülerinnen und Schüler sowie Auszubildenden ein. Besonders im Focus steht bei uns die Erhöhung der Verkehrssicherheit für Fußgänger und vor allem dieSicherung der Schulwege.

 

 

Biodiversität

Mit welchen Maßnahmen wollen Sie etwas für den Artenschutz auf städtischen Grundstücken tun? Werden Sie für eine reduzierte Mahd an Straßen- und Wegrändern eintreten? Und werden Sie sich dafür einsetzen, dass in kommunalen Forsten auf ertragsorientierte Holzwirtschaft verzichtet und die Artenvielfalt, besonders im Stadtwald Dorsten, gesteigert wird?

 

Der Artenschutz auf städtischen Grundstücken sollte Vorbildcharakter haben. Hier wollen wir die Möglichkeit nutzen, die Umwandlung von Intensivrasenflächen in Blühwiesen massiv zu erhöhen. Überhaupt sollten wir den Säumen in der Stadtlandschaft eine größere Aufmerksamkeit widmen und beispielsweise bei der Bepflanzung heimische Gehölze bevorzugen. Die Anzahl an Streuobstwiesen kann weiter erhöht werden. Bei Bebauungsplänen müssen zukünftig unter dem Gesichtspunkt Artenschutz auch entsprechend größere und mehr Flächen bereitgehalten werden. 

Wir treten auch für eine reduzierte Mahd an Straßen und Wegrändern ein; auch kleinere Flächen leisten einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität.

Auf eine ertragsorientierte Holzwirtschaft kann allerdings nicht gänzlich verzichtet werden, wenn man nicht stattdessen an anderer StellSchaden anrichten will, etwa durch vermehrten Import von Holz. Unsere Wälder sind eben auch Rohstoff-Lieferanten. Im Übrigen wird in unserem Kommunalwald eine zertifizierte Waldwirtschaft betrieben (PEFC), das bedeutet, dass zwingend ökologische Kriterien anzuwenden sind.

+++ NABU-Fragebogen-Aktion +++

Stellungnahme der AfD

Eindämmung des Flächenverbrauchs

 

Für welche Größenordnung wollen Sie für die nächsten fünf Jahre ein verbindliches Limit für die Umwandlung von land- und forstwirtschaftlichen Flächen in Bau- und Verkehrsflächen setzen? Bis wann wird ein "Netto-Nullverbrauch" angestrebt? Was will Ihre Partei konkret gegen die Verbreitung von Geröllwüsten in Vorgärten tun?

 

Antwort: Schottergärten sind ökologisch und ästhetisch ein Graus! Hier appellieren wir an die Einsicht der Bürger, das zu ändern. Was nutzt es, den Schottergarten zu verbieten, wenn der Vorgarten stattdessen gepflastert wird. Die Stadt sollte im Rahmen von Bebauungsplänen, Empfehlungen für die Bepflanzung von Vor- und Hausgärten geben, ohne die Bürger zu bevormunden. Wir treten dafür ein, land- und forstwirtschaftliche Flächen möglichst zu erhalten und vorrangig Industrie- und Zechenbrachen für Gewerbeflächen zu nutzen. Bezüglich des Ausweises von neuen Bauflächen sind der Naturschutz und die Bedürfnisse unserer Bürger ausgewogen zu berücksichtigen. Ein verbindliches Limit halten wir für ungeeignet.

 

Baumschutz

 

Werden Sie sich dafür einsetzen, dass in Dorsten wieder eine Baumschutzsatzung vom Rat beschlossen wird?

 

Antwort: Die AfD Dorsten befürwortet eine ausgewogene Baumschutzsatzung, die vom CDU geführten Rat leider abgeschafft wurde. Das war aus unserer Sicht unverantwortlich.

 

Klimawandel und Energiewende

 

Welche konkreten Maßnahmen müssen bald realisiert werden, um im Stadtgebiet die Treibhausgase zu reduzieren? Wie soll lokal die alternative Energiegewinnung beflügelt werden?

 

Antwort: Wir fordern die intelligente Steuerung und Verbesserung des ÖPNV, der sich an den Bedürfnissen der Bürger zu orientieren hat. Die Notwendigkeit einer lokalen alternativen Energiegewinnung sehen wir derzeit nicht.

 

Verkehr

 

Mit welchen Maßnahmen wollen Sie im Stadtgebiet den PKW- und LKW-Verkehr reduzieren und den Fahrradverkehr fördern? Was wollen Sie tun, um den ÖPNV zu stärken und Verbesserungen für Fußgänger zu erzielen?

 

Antwort: Der ÖPNV wird dann gestärkt, wenn er nach den Bedürfnissen der Bürger organisiert wird. Schüler und Kinder sollten kostenfrei den ÖPNV nutzen dürfen. Dorsten ist bereits ein fahrradfreundliche Stadt. Es sind die gleichen Bürger die sowohl Fahrradfahrer wie auch PKW-Fahrer sind. Auch der LKW-Verkehr ist sowohl für die Versorgung der Bürger wie auch für Produktionsbetriebe, unverzichtbar.

 

Biodiversität

 

Mit welchen Maßnahmen wollen Sie etwas für den Artenschutz auf städtischen Grundstücken tun? Werden Sie für eine reduzierte Mahd an Straßen- und Wegrändern eintreten? Und werden Sie sich dafür einsetzen, dass in kommunalen Forsten auf ertragsorientierte Holzwirtschaft verzichtet und die Artenvielfalt, besonders im Stadtwald Dorsten, gesteigert wird?

 

Antwort: Eine ertragsorientierte Holzwirtschaft kann auch mit Mischwäldern erfolgen und den Artenschutz berücksichtigen. Wir lehnen jede schwarz-weiß Betrachtung ab. Die Rücksichtnahme auf die Natur sollte gerade bei der Forstwirtschaft eine hohe Priorität haben. Dies gilt auch für die Landwirtschaft. Wo immer es geht, sollten Straßen und Wege naturnah entwässert werden.

+++ NABU-Fragebogen-Aktion +++

Die Linke: Antworten zur Umwelt-Umfrage

Wie beide Seiten erst jetzt bemerkten, hat es bei der NABU-Fragebogen-Aktion zur Kommunalwahl im September 2020 eine bedauerliche Panne gegeben. Obwohl die Dorstener Linke ihre Antworten fristgerecht eingesandt hatte, ist die Stellungnahme in einem NABU-Emailfach entweder nicht angekommen oder aber übersehen worden. Auch wenn der Text nun nicht mehr als Wahl-Prüfstein dienen kann, soll er zumindest verspätet (25.11.20) veröffentlicht werden.

 

Eindämmung des Flächenverbrauchs

Für welche Größenordnung wollen Sie für die nächsten fünf Jahre ein verbindliches Limit für die Umwandlung von land- und forstwirtschaftlichen Flächen in Bau- und Verkehrsflächen setzen? Bis wann wird ein "Netto-Nullverbrauch" angestrebt? Was will Ihre Partei konkret gegen die Verbreitung von Geröllwüsten in Vorgärten tun?

 

Antwort:         Wir haben keine Größenordnung dafür festgelegt. Wir sind als LINKE dafür, dass bereits ausgewiesene Flächen für Bau und Verkehr effizienter genutzt werden sollen. Neue Flächen sollen nur dann ausgewiesen werden, wenn es unvermeidlich ist. Sollte eine neue Fläche für den Wohnungsbau ausgewiesen werden, so sollten bevorzugt Mehrfamilienhäuser gebaut werden. Verkehrsflächen sollen nur dann neu entstehen, wenn es zum Wohle der Bevölkerung ist. Dazu zählen für uns Ortsumgehungsstraßen, die Ortschaften stark entlasten würden. Dabei muss dann aber auch geprüft werden, ob dabei keine seltenen Tier- und Pflanzenarten gefährdet werden. Ebenso bei der Ausweisung von Neubaugebieten.

Waldflächen, die nicht profitorientiert sind, sind dabei besonders zu schützen, da Waldflächen zur dauerhaften Speicherung des Treibhausgas CO2 dienen.

Neue Baugebiete sollen dann ausgewiesen werden dürfen, sofern sie dem Klimaschutz dienen können (bspw. zur Ausweisung von Bauflächen für Windkraft- und Photovoltaikanlagen)

 

 

Baumschutz  

Werden Sie sich dafür einsetzen, dass in Dorsten wieder eine Baumschutzsatzung vom Rat beschlossen wird?

 

Antwort:         Selbstverständlich. DIE LINKE. in Dorsten setzt sich für eine Baumschutzsatzung ein. Dies haben wir auch in unserem Wahlprogramm vermerkt. Wir halten eine Baumschutzsatzung für sehr wichtig, da wir für den Erhalt von Bäumen und für die Begrünung des Stadtgebiets sind.

  

Klimawandel und Energiewende

Welche konkreten Maßnahmen müssen bald realisiert werden, um im Stadtgebiet die Treibhausgase zu reduzieren? Wie soll lokal die alternative Energiegewinnung beflügelt werden?

 

Antwort:         Wir haben verschiedene Maßnahmen, die die Emissionen von Treibhausgasen senken würden. Wir setzen vor allem beim Thema Verkehr und Energieerzeugung an. Wir stehen für:

  • Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs und damit verbunden die Senkung des Individualverkehrs
  • Umrüstung der öffentlichen Verkehrsmittel und der öffentlichen, kommunalen Dienstfahrzeuge auf elektrische Antriebe (bevorzugt Brennstoffzellenfahrzeuge, -züge)
  • Ausbau des Tankstellennetz für Wasserstoff
  • Ausbau und Errichtung eines einheitlichen Ladenetzes für E-Fahrzeuge im Stadtgebiet
  • Intelligente Verkehrsführung für einen besseren Verkehrsfluss (grüne Wellen)
  • Bepflanzung / Begrünung des Stadtgebiets zur Aufnahme und dauerhaften Speicherung von CO2 und zur Kühlung des Stadtgebiets

Die alternative Energiegewinnung soll aus unserer Sicht hauptsächlich durch die Nutzung der Wind- und Sonnenenergie geschehen. Dazu möchten wir, dass neue Flächen für Windkraftanlagen ausgewiesen werden. Zudem wollen wir uns für eine Photovoltaikpflicht für private und gewerbliche Häuser einsetzen, damit regenerative Energien direkt vor Ort genutzt werden können. Blockheizkraftwerke sollen zudem zentral in Wohngebieten errichtet werden, in denen dann per regenerativen Energieträgern, wie Biogas, Strom und Wärme produziert werden können (Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung). Ansonsten wollen wir in Dorsten Stadtwerke errichten, wodurch die Stadt dann Einfluss auf die Energieversorgung erhält. Damit soll sichergestellt werden, dass Dorsten von außerhalb mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt wird.

 

Verkehr

Mit welchen Maßnahmen wollen Sie im Stadtgebiet den PKW- und LKW-Verkehr reduzieren und den Fahrradverkehr fördern? Was wollen Sie tun, um den ÖPNV zu stärken und Verbesserungen für Fußgänger zu erzielen?

 

Antwort:         Wie unter dem Aspekt „Klimawandel“ schon erwähnt, setzen wir uns für den verstärkten Ausbau des ÖPNV ein. Der ÖPNV soll eine bezahlbare, für Kinder und Jugendliche eine kostenlose und eine schnellere Alternative zum PKW sein. Dazu soll die Stadt den ÖPNV finanziell besser fördern. Des weiteren schließen wir die Errichtung von Fahrradspuren auf vorhandenen Verkehrswegen nicht aus. Je nach Stärke des PKW- und LKW-Verkehrs muss abgewogen werden, ob Umgehungsstraßen errichtet werden. Generell setzen wir uns dafür ein, dass mehr Güter auf Zügen transportiert werden sollen. Dies lässt sich jedoch nur auf Landes- bzw. Bundesebene umsetzen.

                                    Fußgänger und Radfahrer sollen weiter gefördert werden. Fuß- und Radwege müssen, sofern notwendig, saniert und ausgebaut werden. Für Radfahrer müssen mehr Fahrradständer und Ladestationen platziert werden.

  

 

Biodiversität

Mit welchen Maßnahmen wollen Sie etwas für den Artenschutz auf städtischen Grundstücken tun? Werden Sie für eine reduzierte Mahd an Straßen- und Wegrändern eintreten? Und werden Sie sich dafür einsetzen, dass in kommunalen Forsten auf ertragsorientierte Holzwirtschaft verzichtet und die Artenvielfalt, besonders im Stadtwald Dorsten, gesteigert wird?

 

Antwort:         Für uns ist der Schutz von Flora und Fauna sehr wichtig. Wir möchten uns dafür einsetzen, dass städtische Grundstücke mit vogel- und insektenfreundlichen Pflanzen bepflanzt werden. Diese Flächen, die mit kleinen Pflanzen für Insekten bestückt sind, sollen nicht gemäht werden, sondern der Natur überlassen werden. Blühstreifen sollen verpflichtend an landwirtschaftlichen Flächen eingerichtet und Insektizide (wie bspw. Glyphosat) verboten werden. Wir sind nicht dafür, dass zukünftig die Stadt die Bestäubung der Pflanzen übernimmt, weswegen wir unsere heimische Insektenpopulation schützen wollen und diesen die Möglichkeit zur Vervielfältigung bieten wollen. Dies möchten wir durch Errichtung von Insektenhotels auf den städtischen Grünflächen erreichen. Generell sind wir für die verstärkte Begrünung des Stadtgebiets, um einerseits etwas für die Natur und Umwelt zu tun und andererseits, um die Aufheizung des Stadtgebiets als Folge des Klimawandels zu mindern. Dazu zählt für uns auch die Begrünung von flachen Dächern. 

                          Wir halten eine ertragsorientierte Holzwirtschaft für falsch. Wir möchten uns dafür einsetzen, dass Monokulturen beseitigt und neue Mischwälder angelegt werden, um die Vielfalt an Baumarten in den Wäldern zu erhöhen. Wälder sollen in einen natürlichen Zustand zurückgeführt werden.